Bericht aus dem SchwaBo zum Infoabend am 28.2.2013


Aus Lehrern werden Lernbegleiter

Schwarzwälder-Bote, 01.03.2013 21:44 Uhr

 

Von Peter Morlok

 

Rottenburg-Ergenzingen. "Ich glaube, dass die Gemeinschaftsschule (GMS) gerade für unsere Tochter die richtige Schulform ist", zeigte sich ein Elternpaar beim Infoabend überzeugt. [...]

Bestärkt wurden sie in ihrer Meinung am Donnerstagabend bei der Vorstellung des Konzeptes der künftigen Gemeinschaftsschule Ergenzingen, zu der Rektor Hans-Christian Philipp mit seinem Lehrer- und Mitarbeiterkollegium in die Mensa der Werkrealschule eingeladen hatte.

Etwa 100 Eltern nahmen die Möglichkeit wahr, um sich über diese neue Schulart informieren zu lassen, ihre offenen Fragen loszuwerden oder einfach nur mal zu schauen, ob dies der richtige Weg für die schulische Zukunft ihrer Kinder sein kann.

 

An Stellwänden konnten sich die Eltern schon vor Beginn der Veranstaltung über das künftige Bildungsangebot informieren und bereits im Gespräch mit den Lehrern und Mitarbeitern der Schule erste Fragen andiskutieren.

Die Gemeinschaftsschule im Gäu sei zielorientiert, chancengerecht, selbstorganisiert, demokratisch, berufs- und zukunftsorientiert und vor allem gemeinschaftlich, so die Info im Flyer der Schule.

Was sich hinter diesen Schlagworten verbirgt, erfuhren die Besucher visuell und verbal. In einem Werbefilm, herausgegeben vom Kultusministerium, wurde die neue Schule, das individuelle Lernen und die Veränderung der Schullandschaft dargestellt.

Sozial und gerecht soll es künftig in der Schule zugehen. Nach der vierten Klasse soll keine Trennung der Schüler in einzelne Klassen mehr stattfinden und das Unterrichtstempo und die Intensität der Lerninhalte könne jedes Kind selbst bestimmen, erfuhren die Eltern. "Jeder lernt auf seinem eigenen Niveau", so Schulleiter Philipp. Dies bedeutet, dass so auch alle Abschlüsse bis hin zum Abitur möglich sind und selbst behinderte Schüler im Jahrgangsverbund mitlernen. So werde auch das soziale Miteinander gefördert. Die Landesregierung lehnt sich bei der Einführung der neuen Schulform, die als freiwilliges Angebot genutzt werden kann und in anderen Ländern bereits eingeführt ist, an die Konzeption des Schweizer Schulinnovators Peter Fratton an.

Dieser stellt die bisherige Konzeption in Frage, dass in einer Klasse alle Schüler immer das Gleiche zur gleichen Zeit im gleichen Tempo lernen müssen.

Gedanklich muss man sich auch größtenteils vom Frontalunterricht, bei dem ein Lehrer vor seiner Klasse steht, verabschieden. Der Rektor formulierte es so: "Es ist sicher, dass sich künftig nicht mehr ein Lehrer vor 25 Schülern abzappelt". Die Fächer werden in der Gemeinschaftsschule von mehreren Lernbegleitern, wie die Lehrer dann genannt werden, unterrichtet.

Von den Lehrern wird diese neue Schulform begrüßt, war zu erfahren. Insbesondere deshalb, weil der Realschulabschluss, den man in der Werkrealschule erreichen kann, weder in der Elternschaft noch in Betrieben richtig anerkannt wurde. Mit der Gemeinschaftsschule hofft man auf mehr Akzeptanz. Die Ergenzinger GMS startet im Schuljahr 2013/14 mit ihrem Unterrichtsprogramm, das als Ganztagsschule angeboten wird.

Aktuell ist die Steuergruppe mit Vertretern der Werkrealschule und der Realschule Kreuzerfeld eifrig bei der Vorbereitungsarbeit.

Schulen, die das System bereits erfolgreich praktizieren, werden besucht, Lehrerteams begeben sich auf Fortbildungen und man versucht, pädagogische Konzepte zu verfeinern und auf die Verhältnisse im Gäu anzupassen.

Bis alles so schön wie im Werbefilm funktioniert, liegt aber vor dem Team von Rektor Philipp noch viel Arbeit, auf die man sich in der künftigen Gemeinschaftsschule jedoch heute schon freut.

 

Weitere Informationen: www.gms-ergenzingen.de

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